Logo des MKULNV

FAQ

Häufig gestellte Fragen:

Badegewässerdaten im Internet: Wie aktuell sind diese?

Die Badegewässer werden monatlich untersucht, im Bedarfsfall öfter. Anschließend werden die Untersuchungsergebnisse von der zuständigen Behörde im Internet veröffentlicht. Die aktuelle Veröffentlichung der Untersuchungsergebnisse erfolgte erstmalig in der Saison 2009.

Antibiotikaresistente Bakterien

Wann und wie werden die EG-Badegewässer in NRW kontrolliert ?

Von Mitte Mai bis Mitte September werden monatlich, im Bedarfsfall häufiger, die Badegewässer von Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen der Kreise und kreisfreien Städte beprobt. Die Wasserproben werden analysiert und die Untersuchungsergebnisse anschließend ins Internet eingestellt. Kommt es im Rahmen der Überwachung zu Überschreitungen von Grenzwerten, werden die Badegewässer häufiger untersucht. Ein Badeverbot wird von der zuständigen Überwachungsbehörde ausgesprochen, wenn die Kontrolluntersuchung eine zuvor festgestellte Grenzwertüberschreitung bestätigt oder die Gesundheit durch andere Gründe gefährdet ist.

Das Badeverbot wird am Gewässer durch entsprechende Schilder kenntlich gemacht.

Warum finde ich nicht jedes Badegewässer im Internet?

Auf der Badegewässerseite werden nur die nach der EG-Richtlinie offiziell ausgewiesenen Badegewässer aufgeführt. Sollte die von Ihnen bevorzugte Badestelle nicht in dieser Aufstellung enthalten sein und diese Badestelle/n aber von einer größeren Anzahl Badender regelmäßig aufgesucht werden, so wenden Sie sich bitte an den zuständigen Kreis bzw. kreisfreie Stadt. Dort kann geklärt werden, ob die Badestelle ggf. mit in die Überwachung aufgenommen werden kann.

Baden im Rhein?

Baden im Rhein ist lebensgefährlich! Der Rhein ist eine viel befahrene Bundes-Schifffahrtsstrasse und weist eine starke Strömung auf. Hinzu kommen Turbulenzen und Strudel, von denen enorme Sogwirkungen ausgehen können. Die Fahrrinne liegt sehr nahe am Ufer, so dass Badende, vor allem Kinder, durch den Sog und Schwall der Schiffe extrem gefährdet wären. Tödliche Badeunfälle im Rhein zeigen immer wieder, dass die Tücken des Stroms nicht unterschätzt werden sollten.

Der Rhein ist daher kein Badegewässer!

Baden in Schifffahrtskanälen?

Baden in Schifffahrtskanälen ist lebensgefährlich! Durch Schiffsverkehr können enorme Sogwirkungen ausgehen, so dass Badende, vor allem Kinder, durch den Sog und Schwall der Schiffe extrem gefährdet wären. Tödliche Badeunfälle zeigen immer wieder, dass die Tücken der Kanäle nicht unterschätzt werden sollten.

Die Schifffahrtskanäle sind daher keine Badegewässer!

Badedermatitis


Zerkarie [Quelle: wikipedia]

Verursacher der Badedermatitis sind Saugwürmerlaven, sogenannte Zerkarien.

Natürlicherweise werden diese von Enten oder anderen Wasservögeln, in dem sie deren Haut durchbohren, aufgenommen und entwickeln sich im Darm zu geschlechtsreifen Saugwürmern. Deren Eier werden mit dem Vogelkot ins Wasser abgegeben und von Wasserschnecken, in denen sie sich zu Zerkarien entwickeln, aufgenommen. Die Saugwürmerlarven treten vermehrt Ende Juli bis Anfang August auf, da eine Freisetzung der Larven vor allem bei Temperaturen über 24 °C stattfindet. Sie überleben in den Regel nur drei Tage im Wasser und besonders zu Beginn einer Schönwetterperiode sollte man aufmerksam sein.

Aus ungeklärten Gründen wird auch die Haut von Badenden durchbohrt, aber anders als bei Wasservögeln können die Larven nicht in den menschlichen Organismus eindringen. Sie verbleiben in der Haut und sterben unter Rötung, Papelbildung und Juckreiz (Abwehrreaktion des Körpers) ab.

Die Badedermatitis äußert sich sofort nach dem Baden durch Juckreiz an den Stellen, in denen die Larven in die Haut eingedrungen sind. Nach kurzer Zeit erscheinen kleine rote Flecken und Bläschen auf der Haut. Diese verschwinden nach fünf bis fünfzehn Tagen ohne Spuren zu hinterlassen.

Wenn dem Gesundheitsamt eine Meldung über einen Zerkarienbefall eines Gewässers vorliegt, so wird dies umgehend bekannt gemacht. Bei solchen Gewässern kann es helfen Flachwasserzonen zu meiden, vor allem, wenn auf einige kühlere und trübere Tage ein Schönwettertag folgt, da die Saugwurmlarven dann synchron von den Schnecken ausgestoßen werden. Des Weiteren sollten die genannten Hinweise zur Temperatur beachten werden.

Vorbeugend wird geraten sich mit wasserfester Sonnencreme einzureiben, die nasse Badekleidung sollte nach Verlassen des Wassers sofort abgelegt werden und wenn möglich sollte man gleich duschen und den ganzen Körper kräftig mit dem Badetuchabreiben.

Da der Kot der Wasservögel eine wichtige Rolle im Vermehrungszyklus der Parasiten spielt, sollten diese aus dem Badebereich unbedingt ferngehalten und keinesfalls durch Füttern angelockt werden.

Das Auftreten von Zerkarien steht in keinem Zusammenhang mit der hygienischen Wasserqualität des Badegewässers.

Algen und "Wasserblüte"

Insbesondere in der zweiten Hälfte des Sommers, vor allem nach anhaltend heißer Witterung, neigen nährstoffreiche flache Gewässer mitunter zu massenhaften Algenentwicklungen. Ein aus unterschiedlichen Gründen hervorgerufenes Überangebot an Phosphor und Stickstoff fördert das Wachsen von Algen.

Während zunächst in der ersten Hälfte der Badesaison überwiegend gelblich-braune Algen in Erscheinung treten und das Wasser trüben können, können ab der zweiten Julihälfte auch Blaualgen (Cyanobakterien) zu einer massenhaften " Wasserblüte" beitragen. Dies ist mit einer Einschränkung der Sichttiefe verbunden. 

Das Auftreten kann sehr unterschiedlich erfolgen und ist zeitlich und räumlich aufgrund biotischer und abiotischer Einflüsse äußerst heterogen:

  • Färbung und Trübung des Wassers (hellgrün, intensiv grün, blaugrün, rötlich)
  • feine schwebende Verteilung
  • Flockenbildung
  • Ausbildung von dichten schlierenartigen Teppichen an der Oberfläche.

Die Algen (Trübstoffpartikel bzw. flockige, fädige oder kugelige Kolonien und Zellverbände) sind oft mit bloßem Auge zu erkennen. Sie bilden nicht nur Ansammlungen an der Wasseroberfläche, in Ufernähe und Buchten, sondern auch auf freien Wasserflächen und in tieferen Gewässerschichten.

Die davon betroffenen Badestellen müssen deshalb nicht gesperrt werden, doch sollte jeder Badende auf die besonderen Hinweise der Gesundheitsämter an der Badestelle achten.

Blaualgen/Cyanobakterien

Blaualgen/Cyanobakterien beeinträchtigen das Baden in zweierlei Hinsicht:

  1. Bestimmte Blaualgenarten bilden Gifte, die so genannten Algentoxine. Beim Verschlucken von Wasser werden die Toxine mit aufgenommen und können zu Übelkeit, Erbrechen und Durchfall führen. Gefährdet sind besonders Kleinkinder und Kinder im Grundschulalter, da sie beim Toben im ufernahen Bereich eher Wasser verschlucken. Bei empfindlichen Personen kann es zu Hautreizungen und allergischen Reaktionen kommen.
  2. Weiterhin trüben Algen das Wasser und die Sichttiefe, welches im erforderlichen Fall die Rettungsmaßnahmen erschwert. Blaualgenauf- und -anschwemmungen sind wegen der ausgeprägten zeitlichen und räumlichen Variabilität sowie ihrer Abhängigkeit von der Windexposition schwer vorherzusagen. So schnell wie sich Blaualgenanschwemmungen gebildet oder sogar als ganze Teppiche zusammen geschoben haben, können sie sich auch wieder auflösen. Es gelingt deshalb nicht immer, Blaualgenerscheinungen im Rahmen der routinemäßigen Kontrollen durch die Gesundheitsämter zu erfassen.

Beobachten Sie bitte selber das Wasser auf Trübungen, Verfärbungen, Aufrahmungen und Algenansammlungen. Das Baden in Bereichen mit sichtbaren grünen oder blaugrünen Schlieren oder eben sogar "Teppichen" ist zu unterlassen. Wenn dennoch in diesen Bereichen gebadet wird, sollte nach dem Baden geduscht werden, um eventuell anhaftende Blaualgen abzuspülen. Das Beste ist außerdem, die Badebekleidung zu wechseln. Deshalb sollten Badende selbst auf Algenansammlungen achten.

Als Faustregel gilt, dass man bei knietiefem Wasser noch die Füße sehen sollte.

Bei dichten Algenanschwemmungen baden Sie lieber nicht und beachten Sie vor allem an den Badestellen angebrachte Warnschilder. Sie tragen zu Ihrer eigenen Sicherheit bei, wenn Sie das Baden an "wilden Badestellen" unterlassen.

Escherichia coli (E. coli) / intestinale Enterokokken

Escherichia coli (E. coli) und intestinale Enterokokken sind Bakterien, die zur herkömmlichen Darmflora des Menschen und der Tiere gehören. Daher weist das Vorhandensein von E. coli und intestinalen Enterokokken in Gewässern auf fäkale Verunreinigungen hin. Solche Verunreinigungen sind unerwünscht, da mit Fäkalien potentielle Krankheitserreger ins Wasser gelangen können, die zu Erkrankungen führen können.

Escherichia coli (E. coli)

Escherichia coli (E. coli) ist ein stäbchenförmiges Bakterium, das etwa 0,01 bis 1% der normalen menschlichen Darmflora ausmacht. Im Darm findet E. coli optimale Wachstumsbedingungen vor: konstante Temperatur bei 36°C und ausreichend Nährstoffe. Unter diesen Bedingungen kann E. coli sich optimal vermehren.

Wird E. coli aus seinem bevorzugten Habitat, dem Darm, ausgeschieden, gelangt es in Böden und Gewässer, in denen die Bedingungen weniger optimal für sein Überleben oder gar die Vermehrung sind. So sind die Temperaturen unserer Oberflächengewässer nicht konstant und auch – die meiste Zeit des Jahres – zu kühl für ein Überleben E. colis in vermehrungsfähigem Zustand. Dazu kommt eine limitierende Nährstoffsituation, schwankende pH-Werte des Wassers, osmotischer Stress und die Einwirkung von UV-Licht. Die Gesamtheit dieser Faktoren führt dazu, dass E. coli in unseren Breitengerade in Oberflächenwässern mit Fäkalien eingetragen wird, dort eine gewisse Zeit im vermehrungsfähigen Zustand überlebt, es aber nicht schafft, sich dort zu etablieren und zu vermehren. Dementsprechend deutet der Nachweis von E. coli in Gewässern auf eine nicht lange zurückliegende fäkale Verunreinigung hin.

Gelangt E. coli durch die orale Aufnahme von Wasser erneut in den Darm, kann es sich dort ansiedeln, überleben und vermehren. Die meisten E. coli-Stämme sind nicht krankheitsauslösend. Wenn man diese aufnimmt, merkt man es nicht. Es gibt jedoch auch krankheitsauslösende Stämme, die z.B. Harnwegsinfektionen verursachen.

Intestinale Enterokokken

Intestinale Enterokokken zählen bei Warmblütern (wozu auch der Mensch zählt) zur normalen Darmflora. Ein Gramm Darminhalt enthält etwa 10 Millionen bis 100 Millionen vermehrungsfähige intestinale Enterokokken – und damit etwa eine Zehnerpotenz weniger als E. coli. Obwohl einige intestinale Enterokokken in Böden vorkommen, die frei von fäkalen Verunreinigungen sind, deuten größere Mengen intestinaler Enterokokken in Gewässern stets auf fäkale Verunreinigungen hin.

In Gewässern bleiben aus dem Darm stammende intestinale Enterokokken länger in einem vermehrungsfähigen Zustand als E. coli, können sich dort unter den bei uns herrschenden Bedingungen aber ebenfalls nicht etablieren und vermehren. Dementsprechend deutet ein Nachweis größerer Mengen intestinaler Enterokokken bei Abwesenheit von E. coli auf eine länger zurückliegende fäkale Verunreinigung hin.

Gelangen intestinale Enterokokken durch orale Aufnahme in den Magen-Darm-Trakt, kommt es zu keiner Infektion; die intestinalen Enterokokken sind diesbezüglich harmlos. Dagegen kann es zu schweren Erkrankungen durch intestinalen Enterokokken wie E. faecalis kommen, wenn diese über Wunden in den Körper gelangt. Dieser Infektionsweg ist jedoch typisch für im Krankenhaus erworbene Infektionen.